DEUTSCHE WACHKOMA GESELLSCHAFT

BUNDESVERBAND

SCHÄDEL-HIRNPATIENTEN IN NOT e.V.

Bundesweite

Notruf- und Beratungszentrale

Telefon 0 96 21/6 48 00

Wer? Wie? Was?

WAS

ist ein „Apallisches

Durchgangssyndrom“ – Wachkoma?

 

Im „Apallischen Durchgangssyndrom“ ist die wichtige Verbindung vom Hirnstamm zum Großhirn gestört. Schädigungsstelle ist die Mittelhirn-Ebene.

Das Stammhirn reguliert die lebenswichtigen Grundaufgaben des Körpers wie Atmung, Kreislauf, Schlucken. Das Großhirn ist Sitz des Bewusstseins. Dort werden alle Sinneseindrücke zu einer Gesamtwahrnehmung verarbeitet.



 

a (griechisch = „ohne“)

pallium (lateinisch = Mantel/Hülle)

 

 

Anatomische Lage des Mittelhirns

?

WER

hat ein „Apallisches Durchgangssyndrom“ und ist „Patient im Wachkoma“?

 

Jeder Mensch kann durch einen Unfall mit Gewalteinwirkung am Gehirn, durch Sauerstoffmangel im Gehirn, durch einen Tumor, durch eine Blutung oder eine Entzündung des Gehirns samt der umgebenden Hirnhäute ein solches „Apallisches Durchgangssyndrom“ erleiden.

Auch Durchblutungsstörungen des Gehirns, z. B. beim Schlaganfall oder nach Wiederbelebung, können dieses schwere Krankheitsbild auslösen. Dann ist die Bündelungsstelle aller Nervenbahnen im Mittelhirn außer Kraft gesetzt und entkoppelt.

Die Verbindung von der “Kommandozentrale Gehirn” zum Kopf und zum ganzen Körper ist unterbrochen.

 

 

Aufgabenverteilung im Gehirn

WIESO

ein Selbsthilfe – Bundesverband?

 

Unser Bundesverband ist Dreh-scheibe


Gezielt werden Kontakte zwischen den Betroffenen vermittelt, Hinweise, Adressen, Tipps und vielfältige Hilfen angeboten.

Regelmäßig erfolgen Treffen mit Aussprache der Angehörigen und kompetenten Gesprächspartnern. Der Verband führt in allen Bundesländern Veranstaltungen zur Verbesserung der Situation durch, wir helfen und beraten. Unsere Regionalen Verbandsgruppen bieten Hilfe zur Selbsthilfe.

Schädel-Hirnpatienten sind die am meisten benachteiligte Patienten-gruppe. Neu sind unsere bundesweiten praktischen Pflege-seminare für Angehörige.



 

Schließen Sie sich uns an!

Landrat a. D. Armin Nentwig (Bundesvorsitzender), selbst betroffen durch seinen Sohn Wolfgang, gründete 1990 wegen fehlender Versorgungsstrukturen für schwer Schädel-Hirnverletzte unseren Bundesverband. Helfen Sie mit, die Situation zu verbessern! Gemeinsam mit unserem Bundesverband, dem bundesweiten Notruf- und Beratungstelefon und unserer Fachzeitschrift “Wachkoma und danach” sind wir nochstärker!

 

 

WACHKOMA
und d danach

 

Unsere Mitgliederzeitschrift (Auflage

10.000 Stück) „WACHKOMA und danach“ erscheint jeden dritten Monat und ist im Mitglieder-Jahresbeitrag enthalten.

Der Abonnementpreis beträgt 3 30,00

inklusive Versandkosten.

Nutzen Sie den direkten Kontakt zu unseren Mitgliedern sowie engagierten Fachkräften aus Medizin, Therapie, Pflege, Sozialpolitik und bleiben Sie mit uns am Ball bei den neuesten Erkenntnissen aus Medizin und Recht.

 

WIE

geht es weiter?

 

Zunächst spricht man vom „Apallischen Durchgangssyndrom“.

Bisher kann auf keine Weise zuverlässig vorausgesagt werden, wie lange dieser „Durchgang“ anhält und ob sich das Mittelhirn wieder in die geordnete Verbindung vom Großhirn zum Hirnstamm einkoppelt. Diese Erholungszeit kann viele Wochen, Monate oder auch Jahre dauern.



 

“Nach Intensiv unbedingt Frühreha (Phase B)”

Deshalb muss die Frührehabilitation (Phase B) mit den Therapien so schnell als möglich nach der Intensivstation (Akutversorgung – Phase A) einsetzen. Die Frühreha muss lange genug sein, um dem Patienten im Wachkoma alle Rehachancen zu geben. Nach Ablauf dieser Behandlungsperiode muss die Wiedereingliederung in Schule, Beruf (Rehaphasen C, D, E) oder die soziale  Eingliederung in die Familieerfolgen.





Aktivierende Behandlungspflege (Phase F)

Bei vorerst nicht so positivem Verlauf benötigt der Patient im Wachkoma „aktivierende Pflege, Behandlungs-pflege und Betreuung (Phase F)“, um das Rehabilitationspotential und alle Möglichkeiten und Chancen auszuschöpfen und offen zu halten (Einstufung in Stufe 3 Härtefall!).

 

 


Das „blühende“ Leben ist durch

die Schädel-Hirnverletzung (z.B.

Apallisches Syndrom) gestört.

 

 

WARUM

ist FRÜHREHABILITATION

(Phase B) so wichtig?

 

Im apallischen Stadium können viele Störungen an Stoffwechsel, Muskeln und Gelenken auftreten (z. B. Spastik), die intensive Behandlungen erfordern. So ist die Lagerung, Mobilisation, Ernährung und Atemtherapie enorm wichtig.


Ebenso sollen regelmäßig Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie und physikalische Therapien erfolgen. Unterbleibt dies, entstehen bleibende Schäden, z.B. Gelenkversteifungen (Kontrakturen) oder Druckgeschwüre (Dekubitus).

Eine „medizinisch-aktivierende Behandlung und Pflege“ ist erforderlich.




Die Angehörigen sind dabei sehr wichtig!


Alle therapeutischen und rehabilitativen Bemühungen zielen darauf hin, Vorgänge zu fördern und in Gang zu setzen, die zu einer Erholung der gestörten Funktionen führen. Unbedingtes Muss ist die Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Betroffenen.

Ein Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten, gemeinsam mit den Angehörigen, sollten sich bereits in der Akutklinik um den Patienten kümmern. Je früher Rehabilitation beginnt, desto erfolgreicher ist sie. Menschen im „Wachkoma“ („Apallisches Durchgangssyndrom“) sind Patienten, die unsere volle Hilfe und Unterstützung brauchen. Mit wachen, offenen Augen, menschlichen Empfindungen, Gefühlen und Regungen sowie Wach- und Schlafzeiten sind sie in einer noch „medizinischen Grauzone“.

Bei entsprechender Rehabilitation in den einzelnen Durchgangsstufen dieser Krankheit bestehen gute Rehachancen.


Um diese berechtigten Chancen sollten wir die Patienten und deren verzweifelte Angehörige nicht bringen. Es gibt keinen Sinn, die Rettungssysteme auszubauen und durch Reanimation, Intensivtechnik und neurochirurgische Methoden immer mehr Menschen dem Tode zu entreißen, ohne sie dann weiter durchgängig zu rehabilitieren.

 

Unser Verband ist Mitglied

in der   www.bag-selbsthilfe.de

 

 

Bundesverband Schädel-Hirnpatienten in Not e.V. |  Deutsche Wachkoma Gesellschaft | Bayreuther Straße 33 | 92224 Amberg | Tel. +49 (0) 96 21/6 36 66 | Fax +49 (0) 96 21/6 36 63