DEUTSCHE WACHKOMA GESELLSCHAFT

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SCHÄDEL-HIRNPATIENTEN IN NOT e.V.

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Prophylaxen (vorbeugende Maßnahmen)

Genauso wichtig wie in der Akut-Intensiv-Pflege und der Frührehabilitationsphase sind die sogenannten Prophylaxen auch in der Langzeitversorgung und -pflege, sei es in einer Einrichtung oder zu Hause. Nur die Gewichtung ist etwas anders als in der Akutphase.

Ziel aller vorbeugenden Maßnahmen ist es, Spätschäden, auch nach langer Krankheit, zu vermeiden. Alle Prophylaxen müssen so gründlich und gewissenhaft durchgeführt werden, dass keine zusätzliche Gefährdung oder Belastung für den Erkrankten auftritt. Das gilt natürlich besonders für die Akutphase, aber eben auch für die Rehabilitation und die Langzeitversorgung!

 

 

  1. In der Akutphase: Vorbeugen und Behandlung des Hirnödems, Vermeidung von Hirndruckanstieg
    • durch physiologische Lagerung (der Kopf darf nie abgeknickt liegen, der venöse Abfluß  am Hals muss frei sein) und schonendes Absaugen des Trachealsekrets
    • durch medikamentöse Unterstützung (Sedierung, Vermeidung von fokalen und generalisierten Krampfanfällen)
    • evtl. durch Anlegen einer Hirndruckmessung mit Liquordrainage (ärztliche Maßnahme) Es ist eine genaue Beobachtung und Befundung notwendig, ein kontinuierliches Prüfen und Dokumentieren von Bewusstseinslage, Schmerzreaktion, Bewegung und Pupillenreaktion.
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  2. Pneumonie (Vorbeugen einer Lungenentzündung), dazu gehören
    • Atemübungen, Abhusten, evt. Absaugen
    • Vibration
    • therapeutische Lagerungen
    • medikamentöse Unterstützung (Schleimlöser und Schleimverflüssiger) sorgfältiges hygienisches Vorgehen bei der „Bronchialtoilette“
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  3. allgemeine Infektions-Prophylaxe
    • die beste Infektions-Prophylaxe ist eine gründliche, gewissenhaft und häufig durchgeführte Haut- und Ganzkörperpflege (d.h. Mund-, Nasen-, Augenpflege, Nagelpflege, Bronchialtoilette, Tracheostoma-Pflege, Sondenpflege, Venenkatheder-Pflege. Hygienisches Vorgehen beim Harnableitungssystem und eventueller Wundversorgung).
    • wichtig ist ein gewissenhaftes Hygieneverhalten jedes einzelnen, der an der Pflege und Therapie beteiligt ist, Benutzung von Handschuhen und sorgfältige Händedesinfektion
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  4. Dekubitus Prophylaxe (Vorbeugen gegen Druckgeschwür)
    • Risiko Einschätzung
    • Druckentlastung durch Lagerung (therapeutische Lagerung)
    • Bewegung, Mobilisation
    • gute Hautpflege
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  5. Kontrakturen- und Spitzfuß-Prophylaxe
    • passives und aktives Bewegen (ohne Auslösen einer Spastik)
    • Mobilisation, Kreislauftraining, Stehbrett
    • evt. Turnschuhe / Schuhe zeitweise auch im Bett anziehen,
    • Regulierung des Muskeltonus (Muskelspannung) durch Lagerung (physiologische Lagerung)
    • evtl. medikamentöse Unterstützung (ärztliche Maßnahme)
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  6. Trombosen- und Embolie-Prophylaxe
    • Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (kurz: MTPS)
    • Bewegung, Bewegung, Bewegung (aktiv und passiv, ohne Spastik auszulösen), Radfahren mit Bettfahrrad (Moto-med); Fuß kreisen, Füße strecken und anziehen und den Kreislauf anregen;
    • „Raus aus dem Bett!“
    • medikamentöse Unterstützung (nach ärztlicher Verordnung).

 

 

Die Einzelmaßnahmen müssen individuell je nach Zustand des Patienten ausgewählt werden.

Eine intensive krankengymnastische Betreuung des Patienten von Anfang an, d.h. auch bereits in der Akutphase, ist unbedingt notwendig.

 

Die Rehabilitation beginnt am ersten Tag! Zumindest werden die Voraussetzungen dafür geschaffen.

 

 

 

© Regine Straß

Nürnberg 2011

Krankenschwester i. R. ,

langjährige Stationsleitung der

Intensivstation der neurochirurgischen Universitätsklinik Erlangen

seit 2004 Beirat im Vorstand Schädel-Hirnpatienten in Not e. V.

 

 

 

 

 

 

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